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neue auflagen

Chiharu Shiota

 

Osaka, Japan, 1972

 

lebt und arbeitet in Berlin

chiharu shiota zeichnung lithography

Wir freuen uns sehr, die japanische Künstlerin Chiharu Shiota zu Gast gehabt zu haben. Shiota ist sowohl für ihre dicht gewebten Installationen aus Garn und Metall als auch für atemberaubende Arbeiten auf Papier bekannt. Für ihre erste Zusammenarbeit mit Keystone Editions hat sie zwei beeindruckende Litografien geschaffen. 

 

>> Artist Statement und kuratorischer Text

 

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Zum Vergrößern, die Bilder unten anklicken.

chiharu shiota lithograph

Follow the Line (2017)

 

Auflage: 20

zweifarbige Lithografie

80 cm x 60 cm

 

Gedruckt von Sarah Dudley

 

800,00 € inkl. 19% MwSt.

 

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chiharu shiota boat lithograph

 

 

 

Direction (2017)

 

Auflage: 20

einfarbige Lithografie

50 cm x 41 cm

 

Gedruckt von Sarah Dudley

 

500,00 € inkl. 19% MwSt.

 

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Chiharu Shiota zu 'Follow the Line':


“I use red because it symbolises the colour of blood. It also represents an invisible line within a rope. It is in the inside, you cannot see it but it is actually the thin thread that holds everything together and connects it. The red line is invisible to the human’s eye but it is strongly connected and once we are able to glance this piece of red thread, we can observe all relationships as a whole. If an artist’s job is to affect the viewer emotionally, the yarn that controls their heart sometimes resembles words that express a connection between people. Relationships using knotted, tangled, cut, tied, or stretched yarn.”

 

 

Chiharu Shiota zu 'Direction':
 
“The boats adapt to the movement of the wavy lines of the sea, wandering through open and turbulent waters or calm waters alike. We get carried away as we are trying to conceive the idea of our sense of belonging in order to accept the uncertainty of our journey in life. Weaving functions as the complexity of the human brain. We never know what a person is thinking because we cannot access their brains to discover what they feel. We can guess but it is impossible to be accurate. These webbed threads draw the complex system of the human brain.


Ships carry time and people. They feature a defined direction in their architecture with no other choice but to keep moving forward. Even though we don’t know where we are heading, we cannot stop anymore. The ships carry us through a journey of uncertainty and wonder. They symbolise the bearers of dreams and hope."

 

 

 

In Zusammenarbeit zwischen Chiharu Shiota und Keystone Editions entstanden die Arbeiten 'Follow the Line' und 'Direction'. Beide Motive wurden direkt auf die Steinplatten gezeichnet und erinnern sowohl an Shiotas einprägsame Installationen als auch an ihre Zeichnungen.

 

Ihre mit Ölpastell-Kreide angefertigten Arbeiten auf Papier zeigen zumeist einzelne oder zu Gruppen angeordnete Figuren, die mit schnellen Linien skizziert wurden und in unterschiedlichen Schwarz-und Grautönen gehalten sind. In ihrer schemenhaften Darstellung sind sie ähnlich geheimnisvoll wie Shiotas Arbeiten im Raum, für welche sie verschiedenste Objekte mit Wollfäden einspinnt und so undurchdringliche Gebilde entstehen lässt.


Das in 'Direction' dargestellte Boot und die darüber in einem Netz schwebenden Schlüssel verweisen explizit auf die raumgreifende Arbeit 'The Key in the Hand', welche sie für die Venedig Biennale 2015 konzipierte. In 'Follow the Line' referieren die schwarzen und roten Linien, durch welche die um das Haus angeordneten Figuren verbunden werden, auf ein in ihrem Werk immer wiederkehrendes Thema: Es geht um das Verbundensein einzelner Individuen und die Notwendigkeit des Menschen, in einer Gemeinschaft integriert zu sein.

 

Beide Editionen entstanden im Verfahren der Lithografie. Aufgrund des hohen Drucks, der bei dieser Technik erforderlich ist, wird die Farbe tief in das Papier gepresst, wodurch die Handabzüge wie direkt auf Büttenpapier aufgetragene Zeichnungen erscheinen. Dieser Eindruck wird auch durch die in den Kreidestrichen erkennbare Struktur verstärkt: Die sich abzeichnende Körnigkeit des Steins kommt der Beschaffenheit eines weichen Ölpastellkreiden-Auftrags gleich. Die leichten, ins Gräuliche gehenden Tonwerte werden durch tiefschwarze Elemente ergänzt und ergeben umfangreiche Nuancierungen in der Farbigkeit, die in Follow The Line durch ein sattes Rot ergänzt wird.

 

Die Technik der Lithografie ermöglicht auch jene Kombination malerischer und grafischer Elemente, die Shiotas Arbeiten auf Papier kennzeichnet. Die mit Ölkreide eilig gezogenen Konturen werden hier oft durch lasierende Farbaufträge ergänzt, die den Blättern zusätzliche Leichtigkeit verleihen. Shiotas Zeichnungen zeugen von einer schnellen, intuitiven Arbeitsweise, von einer Unmittelbarkeit und Gleichzeitigkeit des Gedankens und seiner visuellen Übersetzung.


Diese Freiheit und Spontaneität zeigt sich auch in den vorliegenden Arbeiten. Durch die in der Lithografie gegebene Möglichkeit des direkten, freien Auftragens der Zeichnung auf den Stein, ist auch den Drucken die Lebendigkeit des Arbeitsprozesses anzusehen.

 

 

Text: Ferial Nadja Karrasch

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